Von Gastbloggerin Cornelia Altenburg

Im Netzwerk Texttreff gibt es jedes Jahr zur Weihnachtszeit das Blogwichteln. Das bedeutet: Eine „Textine“ wichtelt für den Blog einer anderen Textine. Das Los hat mir diesen Blog zugedacht. Simone schreibt umgekehrt auf meinem Blog über das Prokrastinieren.

Uns verbindet nicht nur die Tatsache, dass wir Textinen sind, sondern auch, dass wir beide in Regensburg gelebt haben. Ich habe meine Oberstufenzeit und seitdem viele Ferien in Regensburg verbracht. Simone hat in Regensburg studiert und sich für 2018 vorgenommen, die wunderbare Stadt an der Donau wieder einmal zu besuchen. Der perfekte Moment, meine Lieblingsorte in Regensburg vorzustellen. Gleichzeitig wird es wohl auch eine kleine heimliche Liebeserklärung…

Steinerne Brücke über die Donau in Regensburg

Regensburg – die lebendige Stadt an der Donau

Regensburg, die Stadt an der Donau ist bekannt für seinen Dom und die dazugehörigen Spatzen, außerdem für die Steinerne Brücke mit dem Bruckmandl, die als Wunder der mittelalterlichen Ingenieurskunst gilt. Darüber hinaus kannst du an verschiedensten Stellen die römischen Wurzeln, den mittelalterlichen Stadtkern und die Spuren der früheren Reichshauptstadt sehen. In Regensburg gibt es jede Menge kulturelle Veranstaltungen, eine äußerst lebendige Ausgehszene und nicht zuletzt eine wunderschöne Landschaft. Die kannst du am besten mit dem Radl, auf Inlineskates oder wandernd entdecken.

Ich habe für dich meine persönlichen Highlights herausgepickt.

Historische Wurstkuchl ist ein Muss

Ich liebe gutes Essen und Regensburg hat glücklicherweise eine Reihe von Orten, die ganz nach meinem Gusto sind. Seitdem ich wieder im preußischen Exil lebe, muss ich mir schließlich meine Semmelknödel mit Schwammerlsauce selbst zubereiten.

Lange Schlangen vor der Historischen Wurstkuchl in Regensburg

Eines kann ich nicht herstellen, und das sind die köstlichen kleinen Würstl aus der Historischen Wurstkuchl. Direkt mit Blick auf die Donau und die Steinerne Brücke kann man herzhaft zubeißen, waschecht mit Kraut, süßem Senf und Schwarzen Kipferln (herzhafte Kümmel-Brötchen von der Bäckerei Schwarzer). Die Wurstkuchl steht in jedem Reiseführer und ist bei Touristen beliebt. Und natürlich stelle auch ich mich bei jedem Regensburg-Besuch in die Schlange, um mir ein Kipferl auf die Hand zu kaufen.

Für die Gourmets unter uns gibt es übrigens genau auf der anderen Seite der Donau die perfekte Adresse: Die Silberne Gans. Im Sommer sitzt man in einem kleinen Gärtlein, schlürft einen köstlichen Aperitif und lässt sich mit Delikatessen aus der Küche verwöhnen.

Stadtkultur, Kirche und Innehalten

In Regensburg wimmelt es nur so von Kirchen. Man kann kaum um eine Ecke gehen, ohne auf eine weitere Kirche zu treffen. Die meisten sind inzwischen prächtig restauriert, erstrahlen in Gold und sind reich verziert oder erfreuen den Betrachter durch ihre Schlichtheit. Ein Ort, der wie geschaffen ist, um im Trubel kurz innezuhalten, ist die Maria Läng Kapelle. Diese winzige ehemalige Hauskapelle von 30 Quadratmetern aus dem 17. Jahrhundert ist in den Gründerzeitbau der Pfauengasse 2 einbezogen worden. Eine unscheinbare Tür neben einem Optiker führt hinein. Plötzlich ist der touristische Trubel draußen und man erlebt eine wunderbare Ruhe.

Hutkönig: Shopping und Tradition in einem

Nun wechseln wir wieder fröhlich ins „profane“ Fach. Mitten im Zentrum befindet sich eine Hutmanufaktur, die bereits seit fünf Generationen die Köpfe der Regensburger schick macht: der Hutkönig. Schon immer haben mich die Schaufenster fasziniert. Irgendwann machte ich den „Fehler“ und ging hinein. Ich kam heraus mit meinem absoluten Lieblingshut, einem weißen Sommerhut. Ich kann dort Stunden verbringen, einfach weil es Spaß macht, verschiedene Kopfbedeckungen auszuprobieren. Die Beratung ist exzellent und das Beste: Man kann sich seine Initialen in das Hutband eindrucken lassen. Inzwischen gehe ich zu jeder Jahreszeit „wohlbehütet“ durchs Leben.

Naturgenuss im Herzogspark und Baden im Regen

Regensburg ist eine grüne Stadt mit Parks und „echter“ Natur. Mein absoluter Lieblingsort zum Spazierengehen oder auch, um gemütlich in einem Büchlein zu schmökern, ist der Herzogspark. Er liegt ein bisschen abseits von der Stadt am Westrand, ist relativ klein und wunderschön. Man sieht einerseits die alte Stadtumfriedung mit dem Prebrunnturm, andererseits gibt es einen kleinen Renaissancegarten mit einem achteckigen Sandsteinbrunnen, um den herum sich geometrisch ausgerichtete und buchsbaumgesäumte Beete gruppieren. Im Rosengarten erblühen im Sommer die unterschiedlichsten Sorten der stacheligen Schönheit. Hier lässt es sich entspannen und der Naturruhe lauschen.

Noch ein Tipp für die Badefreudigen: Der Regen, ein Nebenfluss der Donau, der in Regensburg in die Donau mündet, eignet sich hervorragend zum Abkühlen an heißen Sommertagen. Einerseits hat er eine anständige Strömung, die aber nicht zu stark ist, andererseits gibt es hier kleine Fischlein. Und wenn man sich ganz ruhig an den Rand oberhalb des Wehrs stellt, kommen irgendwann die kleinen Fische und beginnen an einem zu knabbern.

Die beste Reisezeit, nicht nur für Jazz-Liebhaber

Als ich 1995 gerade nach Regensburg gezogen war und noch niemanden kannte, stolperte ich mitten ins Jazzweekend. Ich erinnere mich noch sehr genau, wie fasziniert ich war: An jedem Platz spielte eine andere Band, gefühlt alle Menschen waren auf der Straße, feierten, tanzten zusammen und erfreuten sich an der Musik. Die Sonne schien, es war warm – und nicht zu voll. Das Jazzweekend gibt es immer noch und heuer (also dieses Jahr) findet es vom 19. bis zum 22. Juli statt. Fahr hin, ich kann es nur empfehlen. Im Juli kannst du nämlich auch abends draußen im Biergarten sitzen, dich im Regen (dem Fluss ;-)) oder einem der Weiher abkühlen, an der Donau Rad fahren und vieles mehr.

Unabhängig davon: Regensburg hat zu jeder Jahreszeit etwas zu bieten.

Wenn du noch mehr über Regensburg wissen willst oder selbst einen Tipp für mich hast, schreib einen Kommentar unter diesen Blogbeitrag.

Vielen Dank, liebe Cornelia, für diesen tollen Beitrag!

Meine Blogwichteline Cornelia Altenburg lebt heute in Berlin. Sie arbeitet als Werbetexterin, Kommunikationsberaterin und Schreibtrainerin (www.schoeneworte.com). Ihr Lieblingsthema ist der nachhaltige Genuss.

Alle Fotos © Cornelia Altenburg

Cornelia mit ihrem Lieblingshut vom Hutkönig in Regensburg.