Ich melde mich aus dem Off zurück! Lange habe ich nichts von mir hören lassen. Der Grund ist auch bei mir die Corona Krise. Wir befinden uns schon in der 7. Woche der Einschränkungen durch das COVID19-Virus und jeder trägt seine ganz persönliche Geschichte mit sich herum. Auch ich.

Raus aus dem Kopf – rein in die Natur

Der erste Schock kam Anfang, Mitte März, als immer mehr Großveranstaltungen und Events abgesagt wurden. Damit verbunden waren auch für mich Auftragseinbrüche in meinem Hauptberuf als freiberufliche PR-Redakteurin und Eventmanagerin. Zusätzlich versetzte mich ein Trauerfall in meiner Familie in einen seelischen Ausnahmezustand. Die Ereignisse zeigten mir gleichzeitig, wie wertvoll die Gesundheit und ein glückliches Leben sind. Trotz der zahlreichen Einschränkungen durch die Corona Pandemie gehe ich täglich raus in die Natur, um den Kopf frei zu kriegen. Statt großer Reisen sind das eben kleine Ausflüge in unmittelbarer Umgebung. Das hilft mir sehr, diese spezielle Situation zu meistern. Mit meinem Herzensmensch unternehme ich seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen Spaziergänge und Wanderungen rund um Bonn.

Glück gehabt: In den Bonner Rheinauen während der Corona Krise ein freies Plätzchen zu ergattern, ist gar nicht so leicht. (Foto Kultreiseblog)

In den Bonner Rheinauen ein freies Plätzchen in der Sonne ergattert.

Meine Ausflugstipps rund um Bonn

Es geht uns allen ähnlich. Wir vermissen das soziale Miteinander, im Café frühstücken, in der Kneipe gemeinsam ein Bier trinken, im Sportverein oder Fitness-Studio zusammen trainieren, Kino, Theater, Konzerte. Wie traurig war ich als ich erfuhr, dass ich das Konzert von Johannes Oerding am 15. März, auf das ich mich schon so gefreut hatte, abgesagt wurde.

Umso mehr Bedeutung gewinnt die Wertschätzung für die Möglichkeiten, mich wenigstens im kleinen Radius rund um mein Zuhause bewegen zu können. Deshalb stelle ich dir meine Lieblingsorte rund um Bonn vor und nehme dich virtuell mit auf (m)eine kleine Auszeit.

#1 Venusberg – mein Hausberg in Bonn

Von meinem Zuhause in Bonn laufe ich nur 10 Minuten die Straße lang und stehe am Fuß des Venusberg. In dem Bonner Stadtwald kann man wunderbar spazieren, laufen und Mountainbike fahren. Auf dem Plateau mit dem weit sichtbaren Sendemast befindet sich das Uniklinikum Bonn. In der Corona Krise gewinnt es gerade besondere Aufmerksamkeit durch die Heinsberg-Studie unter Leitung des Direktors des Instituts für Virologie und HIV-Forschung, Professor Hendrik Streeck.

Weiter Blick vom Bonner Stadtwald Venusberg auf Bonn. Im Hintergrund in der Mitte gut sichtbar der Posttower. (Foto Kultreiseblog)

Weiter Blick vom Bonner Stadtwald Venusberg auf Bonn. Im Hintergrund in der Mitte gut sichtbar der Posttower.

Einen kleinen Spaziergang von 30 Minuten kannst du hier genauso unternehmen wie eine mehrstündige Wanderung in Richtung Süden in den 4.000 Hektar großen Kottenforst.

Ich genieße die kleine Auszeit auf meinem Hausberg jedes Mal sehr und kenne inzwischen sämtliche Abzweige und Nebenwege mit weniger Menschen.

In diesen Zeiten frei und ohne Maske im Wald auf dem Venusberg zu laufen, tut meiner Seele so gut. (Foto Kultreiseblog)

Herrlich: Maskenfrei und alleine auf dem Venusberg Bonn.

#2 Das Bonner Rheinufer op de scheel Sick

Wer das Meer und den Strand vermisst, kann sich auf der scheel Sick, wie das rechtsrheinische Ufer von Bonn genannt wird, ein kleines bisschen wie am Meer fühlen.

Wie am Meer: Die „Scheel Sick“, Rheinufer bei Bonn (Video: Simone Blaschke)

Als es Ende März noch sehr kühl und bewölkt war, eignete sich der Uferbereich zwischen dem Stadtteil „Bonner Bogen“ (in dem sich unter anderem die Firma des Ex „Höhle der Löwen“ Jurors Frank Thelen befindet) Richtung Süden bis Oberkassel und Niederdollendorf sehr gut für ausgiebige Spaziergänge. Inzwischen würde ich diese Route nur noch wochentags, frühmorgens oder ganz spät am Abend sowie bei schlechterem Wetter empfehlen. Trotzdem lohnt sich diese Rheinseite sehr.

#3 Die Wahner Heide am Flughafen Köln-Bonn

Am Osterwochenende Mitte April überlegten wir, wo wir anderen Fußgänger im Notfall großzügig ausweichen können und entschieden uns für einen Ausflug in die Wahner Heide. Hast du gewusst, dass mitten im artenreichsten Naturschutzgebiet in Nordrhein-Westfalen 20 Autominuten nördlich von Bonn, der Flughafen Köln-Bonn liegt? Gerade jetzt, wo wegen Corona die meisten Flüge gestrichen sind, ist es hier natürlich besonders ruhig.

Wahner Heide am Flughafen Köln-Bonn: Wandern im artenreichsten Naturschutzgebiet von NRW durch Dünenlandschaften. (Foto Kultreiseblog)

Wahner Heide am Flughafen Köln-Bonn: Wandern im artenreichsten Naturschutzgebiet von NRW durch Dünenlandschaften.

Tatsächlich gibt es in dem fast 50 Quadratkilometer großen Gebiet viele Wanderrouten durch blühende Heiden und Bruchwälder, offene Dünenlandschaft mit Tümpeln, Teichen und naturnahen Bächen dazwischen. Rund 700 gefährdete Tier- und Pflanzenarten sollen in dem zweitgrößten Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens vorkommen, das zwischen Köln, Rösrath und Troisdorf (nördlich von Bonn) liegt.

Rund um Bonn statt Südafrika

Der Ausnahmezustand wegen der Corona Krise ist noch lange nicht vorbei. Wir müssen noch viel Geduld, Rücksichtnahme und Verständnis zeigen, bevor wir wieder in eine halbwegs moderate Situation kommen. Im Vergleich zu vorher, da bin ich mir ziemlich sicher, wird sich unser Leben in vielen Bereichen ändern. Jetzt heißt es, nicht verzweifeln und flexibel bleiben.

Unsere bereits gebuchte Südafrika-Reise im August 2020 können wir uns mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit abschminken. Stattdessen werden wir noch viele Regionen rund um unser Zuhause wieder- oder neuentdecken. Dann wandern wir eben im Bonner Siebengebirge oder „verreisen“ ins Bergische Land. Rund um Bonn befinden sich mit ein bisschen Glück und Vorrecherche im Netz viele Möglichkeiten, die Natur zu genießen, ohne auf allzu große Menschenmassen zu stoßen.

  1. Rund um Alfter und Bornheim
  2. Wandern im Sahrbachtal / Radioteleskop Effelsberg (Kultding des Monats)
  3. Touren im Bergischen Land
Kleiner Zufluchtsort in der Corona Krise: Der Alte Friedhof in meinem Bonner Stadtteil Kessenich ist wunderschön. (Foto Kultreiseblog)

Der Alte Friedhof in meinem Bonner Stadtteil Kessenich ist wunderschön.

Was hast du in deiner Umgebung neu entdeckt?

Sobald es irgendwann wieder Lockerungen gibt, werden Reisen zuerst nur innerhalb von Deutschland möglich sein. Spätestens dann freue ich mich, auch deine Gegend zu erkunden. Schreibe mir von deinen Erfahrungen in der Corona Zeit und welche Ausflüge du rund um dein Zuhause empfehlen kannst.

Bleib gesund und mach das Beste draus!

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Pubkultur in Irland ist mehr als Bier trinken #Kultding des Monats Juni 7Ausflüge März/April 2020

Alle Fotos © Simone Blaschke